Je suis Bruxelles – Ik ben Brussel

Ich weiß es steht nur im Kleingedruckten, dass ich in Belgien wohne. Darüberhinaus bin ich aber auch Einwohnerin Brüssels. Die schrecklichen Ereignisse von Dienstag hängen noch über Stadt, Land und uns, weshalb ich meinen nächsten Osterbeitrag vorerst verschoeben habe um diese Gedanken den Opfern, Verletzten und Angehörigen zu widmen:

Je suis Bruxelles – Ik ben Brussel!

Der Dienstagmorgen war ein ganz normaler Tag, ich dachte noch, dass ich meiner Französischlehrerin unbedingt eine Email schreiben muss, da ich meine Präsentation nicht vorbereit hatte.  Herr L. (war zum Glück bei mir!) und ich saßen noch am Frühstückstisch, als auf tagesschau.de die Einmeldung kam: Bombenexplosion am Brüssler Flughafen!

Fassungslosigkeit!

3 Minuten später eine Email  mit „high priority “ von unserem Unternehmensdirektor. 30 Minuten später die Explosion in der Metrostation Malbeek und die ersten Nachrichten von Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen, dass sie gerade noch der Metro verpasst haben oder auf dem Weg zum Flughafen waren und nun in Sicherheit sind. Im Laufe des Tages erreichten uns viele Nachrichten der Anteilnahme von Freunden, Angehörigen und Kunden mit der Frage ob wir denn in Sicherheit seien und es uns gut ginge. Zum Glück konnten wir  dies bestätigen!

Erleichterung!

Herr L. und ich wohnen nur 15 Minuten vom Flughafen entfernt und eigentlich hasse ich den Fluglärm. Nun wäre es mir heute aber lieber die Flugzeuge zu hören, als Todesopfer zu zählen. Mit der Metro bin ich regelmäßig über Malbeek in die Stadt gefahren. Die Anschlagsorte sind mir eigentlich sehr vertraut und diese Woche doch so fremd. Man fühlt sich wie in einem Schockzustand und denkt daran wie viele Male man „davon gekommen“ ist. Erst letzte Woche waren wir beim Muse-Konzert, wo uns die laschen Sicherheitsmaßnahmen nach Paris doch sehr überraschten. Uns  war stets bewusst „Es kann immer und überall passieren und das wird es auch“. Dieses Bewusstsein sollte aber nicht unser Leben bestimmen und daher haben wir gelebt und leben noch und lassen uns von diesen schwarzen Ereignissen nicht unterkriegen. Oder vielleicht doch?

Angst!

Unsere Stadt ist nicht komplett abgeriegelt, wie letztes Jahr im November, dennoch ist unser Leben aus den Fugen geraten. Angstzustände bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Personen- und Taschendurchsungen beim Eingang zu öffentlichen Plätzen und Einkaufszentren und natürlich der nun standardmäßige Check-up eines jeden Fremden, der einem verdächtig vorkommt. Dies sind nur einige Beispiele, Beispiele die belegen, dass selbst wenn wir es nicht möchten unsere Leichtigkeit verloren ist, unser in Sicherheit gewogenes Leben nicht mehr so sicher ist, wie zuvor. Wie schon viele Politiker zuvor angekündigt haben ist der Terror in Europa angekommen. In der Tat sollen wir uns davon nicht unterkriegen lassen, aber auch nicht die Augen davor verschließen was im letzten Jahr und zuletzt in Brüssel passier ist.

Ungewissheit!

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6 Gedanken zu “Je suis Bruxelles – Ik ben Brussel

  1. Ich wünsche Dir und allen direkt und indirekt Betroffenen viel Kraft. Kraft, der Angst zu begegnen und wie Du schreibst, bewusst hinzusehen und damit umzugehen. Sich bewusst zu machen, dass wir viele sind, die sich eine sichere und friedliche Welt wünschen. Auch daraus erwächst eine große Kraft. Ich schicke Dir eine liebe Umarmung rüber, Bettina

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  2. Liebe Stephanie!

    Ich wünsche Euch allen, die ihr von diesen Attentaten betroffen seid, Kraft und Mut in dieser schweren Zeit.

    Ich war geschockt als ich am Dienstag das Geschehen per TV in Deiner Stadt verfolgt habe. Es tut mir unendlich leid!

    Auch jetzt fehlen mir die Worte um meine Gedanken zu formulieren!

    Ich hoffe dass wir, die wir in Frieden und Freiheit leben wollen, einen Weg aus dieser Bedrohung finden, die im Moment die ganze Welt in Atem hält.

    Alles Liebe, Tina

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    • Liebe Tina, es gibt unheimlich viel Kraft und Hoffnung euere Kommentare zu lesen. Freihei t und Frieden das wollen die meisten Bürger und es ist einfach unheimlich zu sehen, dass in diesem Krieg andere die Strippenzieher sind und einfach darüber bestimmen. Am Ende werden Entscheidungen auf hoher Ebene getroffen, deren Auswirkungen leider die Falschen trifft.
      Dennoch wünsche ich dir ein frohes und ruhiges Osterfest. Liebe Grüße Steffi

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